Wärmecontracting - professionelle Wärmelieferung mit Zukunft

Wärmelieferung - das ist ein Begriff. Er hat sich etabliert. Heute weiß jeder Ingenieur, Anlagenbauer und Heizungsbauer, was gemeint ist, wenn ein Kunde diesen Service wünscht. Der Begriff "Energiecontracting" wird als Synonym für Wärmelieferung verwendet, kann aber auch die Lieferung anderer Energieformen wie z.B. Kälte und Strom mit erfassen.

Im Mietwohnungsbereich ist es in der Mehrzahl der Fälle üblich, dass der Vermieter eine Zentralheizung betreibt. Hierfür fließen die jährlichen Abschreibungen in die Kaltmiete ein, während die vom Mieter bezogene Wärme und die Betriebskosten über die Hausnebenkosten abgerechnet werden. Das Konzept Wärmelieferung sieht eine andere vertragliche Beziehung vor. Der Betrieb der Heizungsanlagen wird einem professionellen Wärmedienstleister übertragen. Dieser führt eine energetische Gesamtanalyse des Gebäudes durch und plant, finanziert und betreibt eine neue, umweltschonende und effiziente Heizanlage.

Dies hat vor dem Hintergrund der Mietentwicklung eine riesige Bedeutung, da in den nächsten Jahren in Deutschland über 1,5 Millionen technologisch veraltete Heizungsanlagen ersetzt, auf- oder umgerüstet werden müssen.

Die Kosten der abgenommenen Wärme werden - je nach Modell - mit den Mietern oder dem Gebäudeeigentümer abgerechnet. Die Energie- und Kosteneinsparungen durch die moderne Heizanlage sind ein zentraler Bestandteil der Kalkulation.

Der gesamte Aufwand für Wartung und Reparatur des Wärmezeugers liegt beim Wärmelieferanten.

Der Gebäudeeigentümer wird von Investitions- und Instandhaltungskosten entlastet und kann das eingesparte Kapital in die Sanierung und Erhaltung anderer Gebäudeteile investieren. Auch personell wird der Gebäudeeigentümer entlastet, da der Wärmelieferant den Betrieb der Wärmeerzeugungsanlage eigenverantwortlich übernimmt. Störungen werden also nicht mehr beim Gebäudeeigentümer oder Verwalter auflaufen, sondern werden direkt an den Wärmelieferanten gemeldet, der diese umgehend beheben kann.

Dies bedeutet erheblichen Komfortgewinn durch eine wesentliche Verbesserung der Zuverlässigkeit des Wärmeerzeugers für den Nutzer.

Somit bietet Wärmecontracting viele Vorteile:

  • Einsparung von Investitionskosten
  • Einsparung von Personalkosten
  • Entlastung von Organisationsaufwand im Bereich Heizung
  • Transparente Abrechnung mit dem Mieter
  • Komfortverbesserung für die Mieter
  • Besserer Service durch moderne Energieerzeuger und Direktversorgung durch den Wärmelieferanten
  • Verbesserung der Luftqualität im Wohnumfeld durch erhebliche Reduzierung des Schadstoffausstoßes
  • Modernes Image der Immobilie durch Einsatz moderner Energieerzeugungstechnik in Verbindung mit Datenfernübertragung
  • Gute Vermietbarkeit durch langfristig kalkulierbare Nebenkosten für Heizung.

Prinzipiell wird zwischen zwei Grundmodellen unterschieden:

Betreibermodell

Der Wärmelieferant plant, baut und betreibt die Heizungsanlage im Auftrag des (Haus-)Eigentümers, der auch der Anlageneigentümer bleibt. Der Eigentümer rechnet mit dem Wärmelieferanten ab und legt seinerseits den Mietern eine übliche Heizkostenabrechnung (erstellt durch den Wärmelieferanten) vor.

Eigentümermodell

Der Wärmelieferant schließt einen Grundvertrag mit dem Gebäudeeigentümer ab und plant, baut und betreibt die Heizungsanlage. Zwischen Wärmelieferant und Mietern werden Wärmelieferungsverträge abgeschlossen. Der Mietvertrag zwischen Gebäudeeigentümer und Mietern wird um den Anteil der Zentralheizung reduziert.

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